indifferenza-divina

lo-stato-predatore

ha-un-senso-la-vita

il-paese-delle-meraviglie

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort der Übersetzerin

Es war Mitte der 80iger Jahre als mich ein Brief aus Spanien erreichte mit der Bitte, einen Deutschkurs an der Uni München zu finden. Der Absender war Francis Sgambelluri, Freund einer dänischen Freundin und mir damals noch völlig unbekannt. Ich fand nicht nur den Deutschkurs für ihn sondern auch ein kleines Häuschen im Hof eines Studentenheims nahe der Uni für geringe Miete – und zwei Wochen später lernte ich dann auch Francis kennen, damals ein ‚Globetrotter’ mit unverbrüchlichem Optimismus und großer Neugier aufs Leben.

Es war der Anfang einer Freundschaft, die über die Jahre immer intensiver wurde.

Ich arbeitete damals als Übersetzerin italienischer Literatur für einen großen Verlag und las seine ersten Manuskripte – in einem Italienische geschrieben, die seine Sprachbarrieren erkennen ließen, die langen Jahre in Australien und die Jahre als moderner ‚Nomade’, die ihn geprägt hatten. Aber schon damals gab es etwas Außergewöhnliches in seiner Art zu schreiben, was aufhören ließ.

Trotzdem, wer hätte gedacht, dass sein Weg als Schriftsteller bis zur L’indifferenza divina führen würde?

Heute empfinde ich große Freude zumindest in Auszügen seine Texte zu übersetzen, die in ihrer Intensität und ihrer Aussage es wert sind in viele Sprachen übersetzt zu werden. Aber das bezwingende seiner Art zu schreiben spiegelt sich auch im Menschen Francis Sgambelluri wieder, ein Freund, der mir häufig mit seiner Weise die Welt zu sehen in schwierigen Momenten beiseite stand.

Die Verbundenheit von Geist und klarer Vernunft mit tief empfundener Menschlichkeit und Gefühl ist selten – noch seltener, sie in geschriebener Sprache zu finden.

Christa Efkemann

Auszug aus dem Vorwort zu Il testamento di Orazio Gugliemini von Roberto Perinu
Incontri al …. „caffe“

Vor ungefähr 10 Jahren, ich denke es war im Frühling, gingen mir einige Exemplare von gerade gedruckten Erzählungen zu. Ich kannte den Autor, Dozent für Englisch an der Volkshochschule von Biella, deren Präsident ich zu dieser Zeit war ….

Ich las sie und mir gefiel sofort ihr Ton und die Kraft mit der sie den Leser anzogen, die Lebendigkeit der Protagonisten bis zur letzten Zeile – in wenigen Worten: eine Reihe sehr ansprechender Erzählungen.

Dasselbe konnte ich allerdings nicht von der sprachlichen Form sagen in der sie in Italienisch geschrieben waren – ganz offensichtlich gehörten sie einem anderen sprachlichen Erbe an, dem Englischen. Hier war nicht der Präsident einer kulturellen Institution angesprochen sondern der grammaticus ….

Ich bekam Lust, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, eine Zusammenarbeit – kultureller Art. Er, Dozent für englische Sprache, könnte mir behilflich sein seine Sprache zu erlernen, eine Lücke die ich immer ausfüllen wollte, die mir immer Schwierigkeiten auf dem spezifischen Gebiet meiner Studien bereitet hatte, und ich meinerseits hätte ihm sprachlich eine technische und formale Unterstützung leisten können, die – so schien es mir – seine literarische Arbeit nötig hatte. ….

Der Pakt wurde geschlossen! ….

Und hier … haben wir begonnen dem Form zu geben, was sich dann Il testamento di Orazio Gugliemini nennen sollte. Hier habe ich Stück für Stück, in Abschnitten, in Überarbeitungen diesen rebellischen Aufschrei entstehen sehen, diesen leidenschaftlichen Appell an die Vernunft und an die Moral der Menschen, die in eine Welt von Räubern und Vortäuschern einer Mystik geworfen sind, die sie seit Jahrhunderten betrogen, ausgebeutet, hintergangen und schamlos zum eigenen Vorteil benutzt haben: zum materiellen, politischen und spirituellen Vorteil. …

Kurz gesagt, viel Englisch und viel Kaffee auf der einen Seite und auf der anderen viel Hinwendung an die Mühen des Autors, damit sein Werk so rasch, wirksam, klar und deutlich an uns Hintergangene und Unterdrückten gelangen konnte. …

Noch ein Letztes, dieses Buch ist eine moralische, soziale, politische, philosophisch literarische Abhandlung und vieles mehr. Aber in erster Linie und vor allem ist es ein menschliches und erlittenes Werk, eine Anklage an die heimtückische und sich einschmeichelnde Mystifikation der Macht – immer darauf bedacht den größtmöglichen Nutzen aus der Beschränktheit der Menschen zu ziehen, damit sie zum eigenen Vorteil und für jeden Preis das bleibt, was sie ist: Beschränktheit und basta.

Roberto Perinu
Präsident der ‚Orientalia Bugellae’
Biella, März 2008